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Die Straße der Skulpturen

Die Straße der Skulpturen liegt im nordöstlichen Saarland und führt von St. Wendel bis zum Bostalsee. Der Skulpturenweg wurde von dem aus St. Wendel stammenden Bildhauer Leo Kornbrust im Jahre 1971 initiiert. Gewidmet ist er dem von den Nationalsozialisten ermordeten deutsch-jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich, der in den 1930er Jahren die Idee zu einer völkerverbindenden Straße der Skulpturen hatte. Diese Straße der Brüderlichkeit und menschlichen Solidarität sollte von Paris nach Moskau führen.

Seit dem Jahre 1971 wurden entlang eines circa 25 km langen Teilstücks des Saarland-Rundwanderweges insgesamt 57 Skulpturen von 51 Künstlern aus 12 Ländern geschaffen und aufgestellt. Am Anfang stand das Internationale Bildhauersymposion auf der Höhe bei Baltersweiler in den Jahren 1971/72. Dieses Symposion wurde in die Skulpturenstraße einbezogen, an der von 1977 bis 1988 gearbeitet wurde. Die Strecke wurde während des trilateralen Bildhauersymposions 1993 erweitert. Zwischen 1996 und 2001 kamen fünf weitere Skulpturen hinzu. Als derzeit letztes Kunstwerk wurde im Jahre 2010 in St. Wendel die Granit-Skulptur Liebe von Shlomo Selinger aufgestellt.

Entwicklung des Projektes 

Internationales Steinbildhauer-Symposion St. Wendel 1971/72 

Im Sommer des Jahres 1971 fand drei Monate lang auf der Höhe bei Baltersweiler das erste saarländische Bildhauersymposion statt. In diesem Jahr beteiligten sich neben Leo Kornbrust insgesamt 11 Künstler aus vier Ländern, darunter Karl Prantl, der Initiator und Begründer des weltweit ersten Bildhauersymposions von Sankt Margarethen im Burgenland. Im folgenden Jahr wurde die Aktion mit drei weiteren Künstlern fortgesetzt. Insgesamt wurden 14 Steine von 15 Künstlern aus sechs Ländern bearbeitet. Damit war zunächst das „Internationale Steinbildhauer-Symposion St. Wendel“ abgeschlossen.

Erweiterung 1977–88 

In den Jahren 1974–75 wurde der Saarland-Rundwanderweg neu angelegt, der über das Gelände des Symposions bei Baltersweiler führt. In diesem Zusammenhang entstand die Idee einer „Straße der Skulpturen“. Als Auftakt entstanden im Jahre 1977 zwei Skulpturen, der „Fischkopf“ des Künstlers Han van Wetering und der „Große Fuß“ des Bildhauers Yoshimi Hashimoto. Offiziell eröffneten im Jahre 1979 die beiden Bildhauer Franz Xaver Ölzant und Leo Kornbrust mit ihren Arbeiten die eigentliche Skulpturenstraße. Weitere Arbeiten anderer Künstler folgten. Im Jahre 1988 wurde die Straße mit der Fertigstellung der Arbeit von Dorothee von Windheim abgeschlossen. Bis dahin hatten insgesamt 35 Künstler aus 10 Ländern ihre Arbeiten aufgestellt. Sie schufen zusammen 38 Skulpturen verschiedener künstlerischer Ausprägung.

Bildhauersymposion 1993 

Im Jahre 1993 beauftragte die Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste in Bonn Leo Kornbrust mit der Projektleitung eines trilateralen Bildhauersymposions, das im „Grenzland“ Saarland stattfinden sollte. Im Herbst desselben Jahres kamen 15 junge Künstler nach St. Wendel. Neun von ihnen schufen bleibende Arbeiten an der Skulpturenstraße; drei schufen zeitlich begrenzte Projekte in der Landschaft, zwei entschieden sich für ein Museumsprojekt in St. Wendel und eine Künstlerin für eine Konzept-Arbeit, die ebenfalls im Museum präsentiert wurde. Die Skulpturenstraße wurde um 5 km bis zum Peterberg bei Braunshausen erweitert.

Die Jahre 1996–2001 

In den Jahren 1996–2001 wurde die Straße um fünf Skulpturen erweitert. Zwei von diesen entstanden in unmittelbarer Auseinandersetzung mit der umgebenden Landschaft: eine Stahlskulptur von James Reineking und der „Wolkenaltar“ von Herbert Wurm. Letzterer war der einzige Bildhauer, der sein Werk vor Ort herstellte. Die restlichen drei Skulpturen wurden in Absprache mit den Künstlern im Stadtgebiet von St. Wendel aufgestellt.

Einbindung in die Straße des Friedens 

Im Jahre 2002 wurde die Straße der Skulpturen mit dem Projekt „Steine an der Grenze“ bei Merzig verbunden; an der Schnittstelle beim Waderner Stadtteil Gehweiler wurde als sichtbares Zeichen der Verbindung jeweils eine Plastik der beiden Initiatoren Paul Schneider und Leo Kornbrust aufgestellt. Mit der Gründung der Otto-Freundlich-Gesellschaft im Jahre 2004 soll unter der Regie von Leo Kornbrust die Idee Freundlichs verwirklicht werden. Durch die Integration anderer Bildhauersymposien und weiterer Skulpturen internationaler Künstler soll eine Straße zwischen der normannischen Küste und Moskau geschaffen werden. Verlängerungen der "Straße des Friedens" in Deutschland sind der Skulpturenweg Salzgitter-Bad, das Stahlbildhauersymposion in Dillingen/Saar, die Marmorplastik „Wellen des Lebens“ des Künstlers Jaroslav Vacek in der Europäischen Akademie Otzenhausen und das Bildhauersymposion der Stiftung für Bildhauerei in Berlin. Weitere Teilstrecken existieren in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Polen.


Quelle: Wikipedia